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Produkt

Phthalsäureanhydrid

Hochreines Phthalsäureanhydrid (PSA, CAS 85-44-9), produziert in Schwechat. Lieferbar als Schuppen oder als Schmelze, mit einer Mindestreinheit von 99,8 %.

Stoffidentität

Chemische Bezeichnung
Benzol-1,2-dicarbonsäureanhydrid (1,3-Phthalandion, Isobenzofuran-1,3-dion)
CAS-Nummer
85-44-9
Summenformel
C₈H₄O₃
Molmasse
148,11 g/mol
Aussehen
Weiße Schuppen oder transparente Schmelze
Lieferformen
Feste Schuppen (Säcke / Big Bags) oder Schmelze (beheizte Tankwagen)

Phthalsäureanhydrid (PSA) ist bei Raumtemperatur ein farbloser Feststoff in Form von Nadeln oder Plättchen mit monokliner oder rhombischer Kristallstruktur. Die Verbindung wurde 1836 erstmals von Auguste Laurent beschrieben und wird seit 1872 kommerziell hergestellt, als BASF die industrielle Produktion aufnahm.

Die ATMOSA Petrochemie GmbH produziert seit 1995 Phthalsäureanhydrid in Schwechat. Unser Produkt wird entweder als feste Schuppen oder als flüssige Schmelze in beheizten Tankwagen geliefert.

Anwendungen

Phthalsäureanhydrid ist ein zentrales Zwischenprodukt für eine breite Palette industrieller Erzeugnisse:

Weichmacher (rund 50 % des Bedarfs)

Die Hauptanwendung von Phthalsäureanhydrid ist die Verwendung als chemisches Zwischenprodukt zur Herstellung von Weichmachern für Polyvinylchlorid (PVC). Phthalat-Weichmacher verbessern Flexibilität, Transparenz, Beständigkeit und Lebensdauer von Kunststoffen in Kabeln, Rohren, Schläuchen, Schuhwerk und Verpackungsfolien.

Alkydharze (rund 22 %)

Alkydharze aus Phthalsäureanhydrid werden in lösemittelbasierten Beschichtungen wie Farben und Lacken für Architektur, Maschinen, Möbel und Einrichtungen eingesetzt.

Ungesättigte Polyesterharze (rund 13 %)

Ungesättigte Polyesterharze auf Basis von Phthalsäureanhydrid werden üblicherweise mit Glasfasern zu glasfaserverstärkten Kunststoffen verarbeitet. Typische Anwendungen finden sich in der Bau-, Möbel-, Schiffs- und Transportindustrie.

Weitere Anwendungen (rund 15 %)

Phthalsäureanhydrid dient außerdem als Rohstoff für Polyesterpolyole für Polyurethan-Dämmschäume, Pigmente, Farbstoffe, Pharmazeutika und Flammschutzmittel.

So produzieren wir Phthalsäureanhydrid

Unser Werk in Schwechat wandelt Ortho-Xylol in einem kontinuierlichen Prozess in hochreines Phthalsäureanhydrid um:

  1. Rohstoffannahme: Ortho-Xylol wird per Kesselwagen über das Werksbahnsystem des Borealis-Industriekomplexes angeliefert und nach Laborfreigabe eingelagert.
  2. Katalytische Oxidation: Das Ortho-Xylol wird in katalysatorgefüllten Rohrbündelreaktoren in der Gasphase oxidiert. Die Reaktionswärme wird als Hochdruckdampf zurückgewonnen und senkt unseren Primärenergiebedarf erheblich.
  3. Kristallisation: Die Reaktionsgase werden abgekühlt, das Roh-PSA scheidet sich in Kristallabscheidern ab.
  4. Destillation: Das Roh-PSA wird in zweistufiger Destillation gereinigt. Rückstände werden intern verbrannt und verlassen das Werk nicht als Produkt.
  5. Abfüllung und Verpackung: Reines PSA wird entweder als Schmelze in beheizte Tankwagen verladen (bis zu 35 pro Woche) oder auf Kühlwalzen verfestigt, geschuppt und automatisch in Säcke und Big Bags abgepackt.

Umwelt, Sicherheit und Qualität

ATMOSA ist nach ISO 14001 zertifiziert und arbeitet nach den strengen österreichischen und europäischen Umweltauflagen. Eine katalytische Abgasnachverbrennung minimiert die Emissionen, alle regulierten Parameter werden kontinuierlich überwacht. Die Anlage wird unter ATEX-zertifizierten Bedingungen betrieben, mit regelmäßig überprüften Gefahrenanalysen (HAZOP) und funktionalen Sicherheitsbewertungen (SIL). Strenge Inprozess- und Endproduktkontrollen sichern konstant hohe Reinheit und eine niedrige Farbzahl. Wir bieten lückenlose Chargenrückverfolgbarkeit und stehen Kundenaudits offen gegenüber.

Qualitätsspezifikationen

Spezifikation des Phthalsäureanhydrids von ATMOSA gemäß unserem technischen Datenblatt (Revision 29). TDS als PDF herunterladen.

Parameter Spezifikation Typischer Wert / Bereich Prüfmethode
Phthalsäureanhydrid-Gehalt min. 99,8 % 99,85 % Gaschromatographie
Erstarrungspunkt min. 130,8 °C 130,90 bis 131,00 °C ASTM D 1493-67
Phthalsäure-Gehalt max. 0,05 % 0,01 bis 0,03 % Säure-Alkalimetrie
Maleinsäureanhydrid-Gehalt max. 0,05 % < 0,005 % Gaschromatographie
Benzoesäure-Gehalt max. 0,05 % 0,01 bis 0,03 % Gaschromatographie
Phthalid-Gehalt max. 0,05 % 0,02 bis 0,05 % Gaschromatographie
Farbzahl (flüssiges Material) max. 20 Hazen 10 bis 20 Hazen ASTM D 3366-80 / ISO 1389/II
Hitzestabilität (flüssiges Material) max. 40 Hazen 20 bis 40 Hazen ASTM D 3366-80 / ISO 1389/III

Häufig gestellte Fragen

Was ist Phthalsäureanhydrid und wofür wird es verwendet?

Phthalsäureanhydrid (PSA, CAS 85-44-9, C8H4O3) ist eine organische Verbindung, die bei Raumtemperatur als farbloser Feststoff vorliegt und als Schuppen oder als Schmelze geliefert wird. Es dient vor allem als chemisches Zwischenprodukt für Phthalat-Weichmacher für PVC, ungesättigte Polyesterharze für glasfaserverstärkte Kunststoffe und Alkydharze für Beschichtungen. Weitere Anwendungen sind Polyesterpolyole, Pigmente, Farbstoffe und Flammschutzmittel.

Welche Spezifikation hat das Phthalsäureanhydrid von ATMOSA?

Phthalsäureanhydrid von ATMOSA hat eine Mindestreinheit von 99,8 % (typisch 99,85 %) und einen Erstarrungspunkt von mindestens 130,8 °C. Die Nebenbestandteile Phthalsäure, Maleinsäureanhydrid, Benzoesäure und Phthalid sind auf jeweils maximal 0,05 % begrenzt. Die Farbzahl des flüssigen Materials beträgt max. 20 Hazen, die Hitzestabilität max. 40 Hazen. Alle Details enthält unser technisches Datenblatt (TDS).

In welchen Formen und Verpackungen wird Phthalsäureanhydrid geliefert?

ATMOSA liefert Phthalsäureanhydrid als feste Schuppen oder als flüssige Schmelze. Schuppen werden in 25-kg-Papiersäcken auf CP1-Paletten (1000 bis 1625 kg pro Palette) oder in antistatischen Big Bags zu 500 kg und 1000 kg verpackt. Flüssiges PSA wird in beheizten Tankwagen geliefert.

Ist das Phthalsäureanhydrid von ATMOSA REACH-registriert?

Ja. Phthalsäureanhydrid der ATMOSA Petrochemie GmbH ist nach der europäischen REACH-Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 mit der Registrierungsnummer 01-2119457017-41-0019 registriert, eingetragen am 26. November 2010 im höchsten Mengenband von mehr als 1000 Tonnen pro Jahr. Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) hat die Vollständigkeitsprüfung gemäß Artikel 20 Absatz 2 abgeschlossen.

Wo wird das Phthalsäureanhydrid von ATMOSA produziert?

Das gesamte Phthalsäureanhydrid von ATMOSA wird in unserem Werk in Schwechat (Danubiastrasse 21-25, 2320 Schwechat) produziert, direkt südöstlich von Wien. Das Werk liegt im Borealis-Industriekomplex und wurde 1968 von Chemie Linz, einer Tochtergesellschaft der OMV, errichtet. Seither produziert der Standort durchgehend Phthalsäureanhydrid; seit 1995 unter ATMOSA.

Wo kann ich SDB (MSDS) und TDS für Phthalsäureanhydrid herunterladen?

Sicherheitsdatenblätter (SDB/MSDS) für Phthalsäureanhydrid-Schuppen und flüssiges PSA stehen in Deutsch, Englisch, Italienisch und Polnisch im Download-Bereich dieser Website bereit, gemeinsam mit den Expositionsszenarien (ES) und dem technischen Datenblatt (TDS). Für Analysenzertifikate oder weitere Dokumente wenden Sie sich bitte an office@atmosa.at.

Welche Produktionskapazität hat ATMOSA?

ATMOSA verfügt über eine Jahresproduktionskapazität von 50.000 Tonnen Phthalsäureanhydrid am Standort Schwechat. Rund 70 % werden als flüssiges PSA in beheizten Tankwagen geliefert (bis zu 35 Tankwagen-Verladungen pro Woche), etwa 30 % als Schuppen in Säcken und Big Bags. Der Standort im Borealis-Industriekomplex verfügt über einen eigenen Bahnanschluss und direkte Straßenanbindung für zuverlässige europaweite Logistik.